Berufsbildung in Forschung und Praxis
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Swiss Leading House «Economics of Education», Working Paper No. 253

Wenn Jugendliche ihre eigenen Fähigkeiten ungenau einschätzen

Wer die eigenen Stärken und Schwächen schlecht kennt, hats schwerer im Beruf. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung von Daten aus standardisierten beruflichen Eignungstests (gateway.one) und Verwaltungsdaten zu Bildungswegen und frühen Arbeitsmarktergebnissen in der Schweiz. Drei Effekte konnten belegt werden: Erstens verzerrt eine ungenaue Selbsteinschätzung die Berufswünsche zu Beginn der Berufswahl; diese Personen bevorzugen Berufe, die nicht gut zu ihren tatsächlichen Kompetenzen passen. Zweitens halten diese Verzerrungen bis in die realisierten Ergebnisse hinein an: Selbst nach der Möglichkeit, Entscheidungen zu revidieren, bleiben Personen mit ungenauer Selbstkenntnis im gewählten Beruf stärker fehlbesetzt. Und drittens ist eine unvollständige Selbsteinschätzung mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für eine vorzeitige Auflösung von Ausbildungsverträgen verbunden. Die Forschenden glauben, dass schon kleine Verbesserungen der Selbstkenntnis den Jugendlichen helfen würden, passendere Berufe zu wählen und ihre Ausbildungschancen zu verbessern.

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